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Alt 26.01.2018, 16:36   #29
flyproductions
Grafikkarten-Guru-Mod ;)
 
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So, nun steht der erste Versuchsaufbau! Und es gibt Anlass zur Hoffnung, dass dieser Thread vielleicht doch noch seinen Namen verdienen wird. Denn das...

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...sieht doch schon mal nicht schlecht aus, oder?

Zugegebenermaßen: 32 ist „im oberen Bereich der Streuung“. Aber irgendwas zwischen 15 und 30 geht eigentlich immer. Und das ist selbst im ungünstigsten Fall das Fünffache dessen, was die AirPort-Karte zustande bringt. Im Günstigen mehr als das Zehnfache!

Entschuldigt sei der noch etwas kunstlose Aufbau. Hier ging es zunächst einmal hauptsächlich darum, zu sehen, ob das mit der Stromversorgung aus dem Molex funktioniert. Das geht völlig problemlos. Natürlich wird das später schöner gemacht!

Der Eindruck, den das Kistchen selbst hinterlässt, ist eher zwiespältig:

Die Hardware ist schick und klein. Das Ding passt so, wie es ist, dahin, wo es hin soll, wenn man ein Notbook-Drive oder überhaupt kein optisches Laufwerk hat. Mit dem serienmäßigen DVD-Drive muss man sich was einfallen lassen. Da fehlen dann so um die zwei Millimeter.

Die Software ist wohl das, wozu man im angelsächsichen Sprachraum „Ein Schmerz im Ar...“ sagt. Ich bin fast verzweifelt, mit dem Teil! Es kann alles! Ein VPN oder einen TOR-Server aufbauen. Jede Menge eigene IPs vergeben. Eingestöpselte Sticks (zumindest in seinem eigenen) Netz zur Verfügung stellen...

Was es so ohne weiteres leider nicht kann, ist aber leider das Einzige, wozu ich es brauche: Einfach das per Kabel angehängte Gerät in ein vorhandenes Netz integrieren. Das wird in dem (äußerst dürftigen) Browser-Interface unter dem Namen WDS zwar angeboten. Aber entweder unterstützt mein (Linksys) Hauptrouter das nicht oder es funktioniert einfach nicht. Es ließ sich damit jedenfalls keine Verbindung aufbauen.

Was dann folgt, ist das Abtauchen in die „Advanced Options“: OpenWrt, eine offene, Linux-basierte Plattform, die für jeden Nicht-Netzwerk-Profi ganz einfach so intuitiv ist wie Bahnhof. Ich hab, nachdem auch eine zur Verfügung gestellte Schritt-für-Schritt-Anleitung nicht funktioniert hat, dann den Support direkt angeschrieben. Die haben wirklich sehr schnell reagiert und mir ein Link zu einer Firmware geschickt, unter der ich zumindest mal die IP von meinem Hauptrouter bekommen habe, also nicht mehr komplett außen vor war. UPnP / DLNA, eine der Haupvoraussetzungen, um KODI vernünftig benutzen zu können, ging aber immer noch nicht wirklich. Der Cube mit laufendem KODI wurde, trotz gleichem Subnet, von anderen Geräten bestenfalls ab und zu als DLNA-Player erkannt.

Halbwegs funktioniert hat es dann erst, nachdem ich das Ding nochmal komplett auf Auslieferungszustand zurückgesetzt und eine andere Anleitung umgesetzt habe. Die hat denn offenbar endlich zumindest in etwa das gemacht, was ich wollte: Einfach das ankommende WLAN-Signal auf einen der RJ45-Ports gebrückt, so dass ich daran den Cube anschließen konnte, der dann seine IP vom Router bekommen hat und fertig! Gekostet hat das bis dahin zwei Tage und jede Menge Nerven...

...und so richtig geschmeidig funktioniert hat es danach immer noch nicht:

- Als UPnP/DLNA-Renderer wird der Cube mit XBMC (KODI) nur dann erkannt, wenn der Mini-Router direkt über das WLAN des Hauptrouters verbunden ist. „Kaskadiert“, also bei Einbuchung über einen anderen Repeater funktioniert es nicht! Trotzdem er im gleichen Adressenraum ist. Dass ist natürlich sehr suboptimal, da je nach Standort, dort die Signalstärke und somit die Geschwindigkeit, sehr viel besser wäre. Dafür hat man ja Repeater.

- Ob man, auch bei Eingabe der korrekten Adresse, das Browser-Interface zur Konfiguration zu sehen bekommt, ist reine Glückssache. Manchmal klappt es nur von einem anderen als dem anhängenden Gerät aus. Manchmal erst nach minutenlangem Warten. Manchmal überhaupt nicht. Klar reproduzierbar war das nicht. Und insofern bleiben die Ursachen (zumindest für einen Netzwerk-Noob wie mich) im Dunkeln.

- Wenn das Ding, was es ja eigentlich immer will, ein eigenes Subnet anlegen darf, dann ist in diesem aus ebenfalls (für mich) unerfindlichen Gründen Safari/Webkit als Browser faktisch unbenutzbar. Manche Seiten laden. Bei den meisten kommt nach dem Aufruf einfach nichts. Gottseidank tritt das nicht auf, wenn das Ding lediglich in den Adressraum des Hauptrouters brückt.

Alles in Allem ist das also softwareseitig eine echte Krücke! Zu diesem Schluss kam letztlich auch die c’t in ihrem Review. Eine Kaufempfehlung gibt es dafür jedenfalls nicht. Weil es eine klar bessere Option gibt.


Ein paar nützliche Erkenntnissse zu den Problemstellungen gab es dennoch:

Halterung
Hier ist die einfachste Lösung die Beste: Einfach die Kiste so, wie sie ist, mit Montagetape auf die Streben des HD-Trägers kleben! Hält perfekt, sieht sauber aus und ist sicher isoliert. Alles andere wäre Blödsinn und unnötige Arbeit, die man sich selbst macht. Einzige Einschränkung: Wenn man das serienmäßige DVD-Laufwerk benutzt, muss man wohl den Gehäusedeckel bearbeiten.

Stromverorgung
Hier gilt Gleiches: Die einfachste Lösung! Man kaufe ein billiges Micro-USB-Ladekabel wenn man das Mitgelieferte nicht schlachten will, länge es passend ab und klemme oder löte die beiden Adern an irgendeinem der internen Molex-Stecker richtig gepolt (!) bei 5 Volt (rot) und Masse (schwarz) mit an. Warum soll man sich irgendwelche Steckanschlüsse auflöten, wenn es schon einen gibt?

WLAN Empfang
Die schlechte Nachricht: Das mit der Airport-Antenne hat nicht so hingehauen, wie ich mir vorgestellt habe. Der Antennenanschluss ist MC-Card/Lucent und dafür gibt es nicht einmal Adapter. Die Gute: Man braucht sie nicht! Ich habe die abschirmende Wirkung des Cube-Gehäuses drastisch überschätzt. Ich konnte keinen wirklichen Unterschied in der Performance innerhalb oder außerhalb des Gehäuses feststellen (Es gibt einen Kleinen! Dazu später mehr.) Ich habe also die Airport-Antenne komplett rausgeschmissen und, der „internen Optik wegen“, die externe Antenne des Routers durch dieses Exemplar ersetzt, das auf der einen Seite, die mit einem Selbstklebestrip versehen ist, irgendwo am Gehäuse angeklebt und auf der anderen auf der Platine angeschlossen wird. Insgesamt wohl alles eher kosmetischer Natur. Die Transferraten sind selbst ohne die außen angeschraubte Antenne (obwohl man das ja so nicht laufen lassen soll!) nicht spürbar abgefallen.

Netzwerk-Verbindung
Hier gibt es sehr schöne Kabel, entweder flach oder extrem dünn, die sich sehr sauber verlegen lassen. Komplett „intern“ geht es halt leider nicht. Aber es ist außen nicht wirklich störend. Ein halber Meter ist ein bißchen zu lang. Aber 0,25 oder 0,3 sind zu kurz! Die endgültige Version werde ich dann auch bebildert dokumentieren.

Innen sieht das Ganze mit diesem Router (der, bei mir aus den genannten Gründen leider nur im Zweit-Cube landen wird), wenn alles sauber verlegt ist, in etwa so aus:

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Zwischenfazit
Natürlich ist das keine „echte interne Lösung“. Aber, dadurch, dass man den AirPort-Kram bis auf die Tür komplett rausschmeißen kann, sieht der Rechner damit im Endeffekt innen aufgeräumter aus als vorher. Weg sind die Karte, die Antenne, also diese beiden seitlichen Dinger plus Kabel, und vor allem dieses fummelige Flachkabel, das jedesmal einer der Hauptnervfaktoren ist, wenn man das Mainboard ausbauen muss.

Aber vor allem: Das Ausgangsproblem lässt sich mit einem intern verbauten Minirouter lösen! Man hat im Endeffekt für eine Investition von unter 50 Euro einen mit einigermaßen zeitgemäß flotten „Onboard“-WLAN!


Dass das dann idealerweise nicht dieser Router sein sollte, steht auf einem anderen Blatt. Deshalb wird es zu diesem Roman hier noch einen zweiten Teil geben.


Ownest du noch oder usest du schon?

Geändert von flyproductions (26.01.2018 um 16:45 Uhr).
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